Vogesendurchquerung | 8. August 2025 bis 29. August 2025
Vom 8. August 2025 bis 29. August 2025 wollen wir auf rund 470 km mit insgesamt rund 14.500 Höhenmetern
das Vogesenmassiv durchqueren.
Mit unserem Tagebuch laden wir Euch erneut ein, uns zu begleiten.
Die „Traversée du Massif des Vosges“ stammt aus dem Jahr 1897 und ist damit einer der ersten Fernwanderwege in Europa.
Er ist aufgrund seiner Wanderqualität als „Leading Quality Trails – Best of Europe“ zertifiziert und durchquert das Massif des Vosges von Norden nach Süden. An seinem nördlichen Ende in Wissembourg (Startpunkt) verläuft der GR53 durch den regionalen Naturpark der Nordvogesen; weiter südlich erreicht er die Mittelvogesen, wo er auf der Höhe des Donon in den GR5 übergeht. In seinem südlichen Teil führt er durch den Naturpark Ballons des Vosges bis nach Belfort (Ziel). (Quelle: https://www.vogesenmassiv.de/)
Die Strecke besticht durch ihre landschaftliche Vielfalt: von stillen Waldpfaden über aussichtsreiche Höhenzüge bis hin zu alpinen Abschnitten im südlichen Teil des Gebirges. Höhepunkte der Route sind der Odilienberg, das malerische Munstertal und der Gipfel des Grand Ballon, mit 1.424 Metern der höchste Punkt der Vogesen. Zahlreiche Burgruinen, charmante elsässische Dörfer und regionale Spezialitäten bieten kulturelle und kulinarische Erlebnisse. Der GR5/GR53-Fernwanderweg von Wissembourg nach Belfort führt teilweise durch das UNESCO-Biosphärenreservat Vosges du Nord – Pfälzerwald (auf Deutsch: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen). Dieses grenzüberschreitende Reservat wurde 1998 von der UNESCO anerkannt und ist das erste länderübergreifende Biosphärenreservat Europas. (Quelle: ChatGPT)
Ihr seht hier unsere Gesamtstrecke im Überblick und einen Link auf unsere Etappeneinteilung (pdf).
Daran anschließend kommt unser "Tagebuch", wo wir alle 1-3 Tage unsere Erlebnisse mit Euch teilen werden (sofern wir eine stabile Internetverbindung haben).
Mittwoch
27. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Domaine du Hirtz
Uhrzeit: 08:10 Uhr
Ankunft am Tagesziel (Abbruch)
Ort: Thann
Uhrzeit: 11:54 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 210 auf / 427 ab
Tages-km: 11,2 km
Wetter: bewölkt mit zeitweise etwas Sonne, gelegentlich ein frischer Wind, Temperatur warm bis schwül; am späteren Vormittag zieht sich über den Vogesen ein Unwetter zusammen
Tagesbericht: Der Regen hat in der Nacht aufgehört, die Luft ist frisch. Wir freuen uns über die Möglichkeit, bereits um 7 Uhr frühstücken zu können, da unsere Tour auch mit dem angepassten ersten Teil lang werden wird und wir froh sind, früh loskommen zu können. In starken 2,5 Stunden wandern wir von unserem Hotel nach Thann. Zuerst auf Waldwegen ein längeres Stück bergab und dann auf Wegen in der Vorbergzone in wechselndem Auf und Ab durch Reben, vorbei an Schrebergärten, Feldern und Streuobstwiesen, durch kleine Ortschaften und kleinere Waldabschnitte - da hat Peter eine schöne Alternativroute rausgesucht! Über uns ist der Himmel bewölkt und gelegentlich blinzelt die Sonne durch - aber über den Vogesen, wo unsere eigentliche Tour verlaufen sollte und ab mittags verlaufen wird, fangen sich an dunkle Wolken aufzutürmen und gegen später am Vormittag ist dumpfes Donner-Grollen zu hören. Kurz bevor wir Thann erreichen, können wir oberhalb einen kleinen Blick auf die Ruine der Engelbourg erhaschen, deren Turm bei der Zerstörung zur Seite gekippt und in mehrere Teile zerbrochen ist, wobei ein Teil Ähnlichkeit mit einem ins Tal hinabblickenden Auge hat und heute daher "l'œil de la sorcière" (Hexenauge) genannt wird. In Thann besichtigen wir das gotische Münster "Collégiale Saint-Thiébaut" - ein beeindruckender Bau. Beim Fotografieren des Münsters wird noch etwas anderes ganz deutlich - der mittlerweile schwarze Himmel über den Vogesen. Auf dem Marktplatz von Thann stehen einige überdachte Bänke und wir legen eine Pause ein und wägen unsere Optionen ab - kaum haben wir Platz genommen, geht der erste Regenschauer nieder und ein Gewitter zieht aus der Ferne auf. Der zweite Teil unseres heutigen Tages würde in die Berge und nur noch bergauf führen, laut Beschreibung mit einer gesicherten Stelle, die Aufmerksamkeit erfordert. Für Morgen lautet die Wettervorhersage stärkerer Regen bis in den frühen Nachmittag und unsere geplante Tour wäre eine ziemlich lange mit viel An- und Abstieg, wobei ein Teilstück bei Regen unbedingt zu vermeiden sei, d.h. den Donnerstag würden wir auf jeden Fall nicht wie geplant laufen können; und der Freitag wäre nur noch ein "Auslaufen", um nach Belfort zu kommen. In Abwägung aller Punkte kommen wir zu dem Schluss, dass es gut, vernünftig und passend ist, unsere Vogesendurchquerung hier und jetzt in Thann zu beenden. Wir hatten sehr schöne, interessante, abwechslungsreiche und gute 20 Tage - da müssen wir es auf die letzten zwei Tage nicht erzwingen, unnötige Risiken eingehen und bei Regen und Gewitter in der Gegend herumstapfen. Und so machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof und fahren über Mulhouse und Müllheim zurück nach Bühl.
Schön war's, wieder mit Euch allen unterwegs zu sein!
Es hat uns Spaß gemacht, unsere Erlebnisse mit Euch zu teilen!
Dienstag
26. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Auberge du Steinlebach
Uhrzeit: 08:54 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Domaine du Hirtz
Uhrzeit: 15:45 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 669 auf / 1241 ab
Tages-km: 23,1 km
Wetter: blauer Himmel und Sonnenschein, vereinzelt Wolken, angenehme Temperatur, auf dem Grand Ballon ein frischer Wind
Tagesbericht: Uns erwartet am Morgen ein wolkenloser Himmel mit einem schönen Sonnenaufgang und nach einem rustikalen Frühstück machen wir uns auf den Weg. Gut zwei Stunden sind wir mit leichtem Auf und Ab auf schönen Pfaden und schmalen Wegen zumeist im Wald unterwegs - nur gelegentlich von freiem Gelände mit Ausblick ins Land unterbrochen - bis wir plötzlich aus dem Wald kommen und "am Fuß" des Grand Ballon stehen. ups - das sieht aber noch ziemlich hoch aus bis zum Gipfel! Wir passen das Tempo an die Steigung an und arbeiten uns Schritt für Schritt auf teilweise fast alpinen Pfaden "auf der Rückseite" des Berges (= abseites des Touristenzugangs) nach oben. Und dann ist es geschafft - wir stehen auf dem Grand Ballon (1424 m) und der Ausblick ist grandios! Wir verweilen eine ganze Zeit und können uns nicht satt sehen, auch wenn ein frischer Wind weht. Der Besucherandrag ist glücklicherweise eher gering, so dass wir Platz haben und nirgends "in der zweiten Reihe" stehen müssen. Irgendwann machen wir uns dann doch an den Abstieg - zuerst am Touristen-Café und einigen Bussen vorbei, bald danach sind wir wieder alleine und es geht zeitweise über eine blaue Skipiste bis wir erneut im Wald auf gewohnt schönen Pfaden weiterhin bergab unterwegs sind. Am Col Amic (825 m) legen wir an einem Rastplatz eine Pause ein. Dass hier die Straße dirket vorbeiführt ist insofern interessant, als dass wir Radfahrer bei Berg- und Tafahrt beobachten können. Verrückt mit welchem Tempo so mancher runter und auch hoch fährt. Wir setzen unseren Weg im Wald fort und dürfen einen kurzen Anstieg zur Ruine Freundstein nehmen (höchstgelegene Burg der Vogesen; 927 m), die aber nur mit Kraxelei zu ersteigen wäre, auf was wir verzichten. Es folgt eine längere Passage an teilweise steilen Waldhängen entlang auf weiterhin schmalen Pfaden und das immer in einem leichten Auf und Ab, bis wir schließlich den Col du Silberloch erreichen und ein paar Schritte später das Ehrenmal Hartmannsweilerkopf (Vieil Armand), wo im Ersten Weltkrieg die schwersten Kämpfe im Elsass tobten. Wir nehmen uns Zeit und verweilen, und lassen die beeindruckende Gestaltung dieses Ehrenmals auf uns wirken. Aus Mangel an Unterkünften direkt an unserer Strecke, müssen wir heute den GR5 deutlich verlassen und kommen mit einem weiteren knackigen Abstieg von etwas über 300 m schließlich an unserem Hotel an. EIgentlich würde das bedeuten, dass wir Morgen genau dieses Wegstück wieder hochsteigen, um dann aber über den Gipfelkamm quasi "nebendran" gleich wieder in den Nachbarort abzusteigen. Nachdem Michaela mit den Gesamthöhenmetern dieser Tour etwas bedenklich ist, plant Peter kurzerhand eine Alternativroute, die uns auf halber Höhe ebenfalls nach Thann bringen wird, wo wir dann wieder an unser Orginal anknüpfen können. Ein gutes Abendessen beschließt diesen schönen Tag, während draußen ein großer Regen mit Sturm tobt.
Montag
25. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Auberge du Pied du Hohneck
Uhrzeit: 08:58 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Auberge du Steinlebach
Uhrzeit: 16:18 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 1020 auf / 1126 ab
Tages-km: 24,4 km
Wetter: blauer Himmel und Sonnenschein mit einzelnen Wolken, mäßig warm - im Schatten schnell kühl, auf den Hochebenen ein frischer Wind
Tagesbericht: Bei 12 Zimmern und 2 WCs und 2 Waschräumen (mit je 1 Waschbecken) gehen wir von einem Engpass am Morgen aus und stellen den Wecker auf 6 Uhr, obwohl es erst um 8 Uhr Frühstück gibt - wir sind die Ersten im Bad. Angesichts unserer bevorstehenden Tour nehmen wir ergänzend zum französischen Frühstück noch eine Schüssel Müsli mit Banane -der Tag wird es zeigen- das trägt bis in den Nachmittag. Bei schönstem Wetter starten wir und haben schnell den Gipfel des Hohneck (1363 m) erreicht - wie am Vortag, als wir knapp unterhalb des Gipfels zu unserer Unterkunft abgebogen waren, ist der Rundum-Weitblick einfach begeisternd! Aber auch der "Tiefblick" ins Tal ist schön, zumal wir dort gaaaaanz weit unten den Stausee entdecken, an dem wir vorbei müssen. 1,5 Stunden geht es dann zünftig bergab auf Pfaden und schmalen Wegen -teil etwas blockig, teil angenehm- erst über sonnenbeschienene Wiesenhänge, später im Wald bis wir den Lac de Schiessrothried (930 m) erreicht haben. Und der teils steilere Abstieg geht weiter - nun entlang eines kleinen Bächleins, das munter bergab stürzt; bald darauf erreichen wir den kleinen Karsee Lac du Fischboedle (794 m). Weiter geht es bergab auf einem wirklich wunderschönen Pfad entlang besagten Bächleins, mal links davon, mal rechts davon, mal mehr, mal weniger steil, bis wir das Tal erreichen und dann auf breiterem Weg das Örtchen Mittlach (529 m). Am Ortsausgang bietet sich eine halbschattige Bank zur Rast an, bevor wir uns am nächsten Berg an den gut 1,5 Stunden durchgehenden Aufstieg machen, auch hier auf sehr schönen Pfaden; das erste Teilstück ist auch ein Trimm-dich-Pfad und Peter versucht sich zu unserer beider Belustigung an einem Gerät. Dann haben wir eine Hochebene erreicht (u.a. Col du Herrenberg 1191 m), auf der Kühe weiden und wir ein Stück gemütlich in der Sonne laufen. Den größten An- und Abstieg haben wir damit für heute geschafft, auch wenn im Folgenden noch drei kleinere "Hubbel" zu nehmen sind, mal im offenen Gelände mit viel Aussicht, mal durch schönen Vogesenwald. Und dann erreichen wir unsere rustikale Auberge du Steinlewald; da neben uns nur zwei weitere Paare übernachten, sind Etagen-Dusche und -WC kein Problem. Das Abendessen ist ausgezeichnet und vor allem üppig, so dass wir richtig satt werden. Was für ein schöner Tag mit einer landschaftlich abwechselungsreichen Tour!
Sonntag
24. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Hôtel Étang du Dévin
Uhrzeit: 08:33 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Auberge du Pied du Hohneck
Uhrzeit: 16:49 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 1021 auf / 713 ab
Tages-km: 23,1 km
Wetter: vormittags leicht bewölkt, nachmittags bewölkt mit sonnigen Abschnitten, kühl - in der Sonne mäßig warm
Tagesbericht: Ein herrlicher Sonnenaufgang kündigt einen weiteren schönen Tag an. Das Frühstück in Buffet-Form ist ausreichend, so dass wir gestärkt starten. DIe ersten 1,5 Stunden Anstieg -mal mehr, mal weniger steil- stehen im Zeichen des Ersten Weltkriegs: wir passieren einen ehemaligen deutschen Soldatenfriedhof, die Reste eines gemauerten Unterstandes, einen ca. 4 m hohen Eingang zu einem heute zugeschütteten Stollen, sowie etlichen verfallenen Schützengräben, Granattrichtern, Reste von Geschützstellungen, verrosteten Stacheldraht... und das alles in heute schönster Natur: einem einstigen See (Étang du Dévin) - heute eine wunderschöne Sumpfwiese, dem kleinen Granitfelsen Roche du Corbeau (Rabenfelsen) und sehr schöne Waldpfade. Dieses Nebeneinander von kriegerischer, menschlicher Zerstörung und dem Wunder der Natur macht uns nachdenklich und drängt die Frage auf, wofür der Mensch diese Kriege anzettelt.
Schließlich passieren wir den Gipfel Tête des Faux (1220 m), eines der berüchtigsten Schlachtfelder in den Vogesen. Unser Weg führt uns nun auf Pfaden wieder bergab, teilweise mit alter Pflasterung und wir kommen zu einem kleinen französischen Soldatenfriedhof, der eine große Ausstrahlung hat. Weiter geht es auf gut gehbaren Forst- und Waldwegen in nur leichtem auf und ab bis wir den Col du Calvaire erreichen. Hier "tobt der Bär" und bald erkennen wir den Grund: hier ist Zieleinlauf des Tarilrunning-Events "Crêtes Vosgiennes". Wir schauen beeindruckt eine Weile zu und setzen dann unseren Weg fort, auf schmalem Pfad geht es steil bergauf bis wir tief unten den Lac Blanc entdecken; der Pfad verläuft am Steilabbruch des Sees und bietet immer wieder schöne Ausblicke. Bald danach erreichen wir die Kammhöhe und damit genau den Laufweg der Trail-Runner, die uns glücklicherweise entgegenkommen, so dass wir bemüht sind, ihnen immer auszuweichen. In gleichem Maße müssen wir uns auch auf den sehr blockigen Weg konzentrieren. Leider nimmt uns das (Läufer und Wegbeschaffenheit) etwas von unserem Blick für die schöne Natur. Auch auf dieser Kammhöhe gibt es einige kleine .An- und Abstiege zu überwinden; die herrlichen Weitblicke in alle Richtungen verändern sich mit jeder Kurve, die wir nehmen. Irgendwann kommt uns ein Mann mit Hund entgegen, der die Markierungsfähnchen des Laufs einsammelt - dann kehrt auf unserem Weg Ruhe ein. Wir kommen noch über die Gipfelkuppe Tanet (1293 m) und bald darauf beginnt der ziemlich steile Abstieg zum bekannten Col de la Schlucht (1139 m) mit seinem Touristentrubel. Hier verabschieden sich Tini und Rolf; wir machen noch eine gemeinsame Rast; dann setzen wir unsere Wanderung zu zweit fort. Wir nehmen den letzten Anstieg auf schmalem Weg; uns kommen viele Sonntagsausflügler entgegen. Der Ausblick auf den Berg Hohneck ist beeindruckend, genauso wie die Weitblicke rundherum. Und dann kommt unsere Auberge in Blickweite; hier wartet "Hüttenfeeling" auf uns mit Etagendusche und -WC, aber unser Mikro-Zimmer gehört uns alleine und das Essen ist sehr gut. Ein interessanter, vielseitiger Tag geht zu Ende.
(leider gibt es kein Wlan, so dass ich heute keine Bilder hochladen kann; das hole ich sobald wie möglich nach)
Samstag
23. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Aubure
Uhrzeit: 09:04 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Hôtel Étang du Dévin
Uhrzeit: 14:53 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 826 auf / 670 ab
Tages-km: 19,2 km
Wetter: locker bewölkt mit sonnigen Abschnitten, mäßig warm, im Schatten schnell frisch
Tagesbericht: Ein 1,40 m Bett ist uns einfach zu schmal und wir haben nicht sonderlich tief geschlafen, um dem anderen weder die Decke zu klauen, noch ihn aus dem Bett zu drängen. Unser Zimmer ist in der Nacht ziemlich ausgekühlt und wir sind dankbar für den Heizlüfter, den uns unsere Wirtin hingestellt hat und mit dem wir das Bad einigermaßen angewärmt bekommen. Vom Zimmer zum Frühstücksraum müssen wir ins Freie - huch, das ist noch ganz schön kalt, aber dafür gibt es einen wunderschönen Sonnenaufgang! Auf die Frage, wie es ihr geht, antwortet Tini: "Ich habe Körper." (in Erweiterung zur gebräuchlichen Beschreibung "ich habe Rücken"; aber das groovt sich bald nach dem Start ein.) Das Frühstück ist kein wirklicher Energiespender - etwas Toast, Butter, Marmelade, Käse, Joghurt mit Haferflocken - das muss reichen. Nach einer herzlichen Verabschiedung durch unsere Wirtin machen wir uns bei lockerer Bewölkung und mittlerweile erträglicher Temperatur auf den Weg. Wie gehabt geht es die ersten 1,5 Stunden nur bergauf - so kommt der Kreislauf in Schwung und uns wird warm; zuerst asphaltiert aus dem Ort raus, dann auf Forstwegen, schließlich auf schmalerem Weg. Dann genießen wir auf 1170 m einen sehr schönen Rundumblick und folgen eine Weile einem Höhenpfad mit immer wieder schönen Ausblicken. Auf einem Forstweg -als "Chemin Militaire" gekennzeichnet- geht es in nur leichtem auf und ab weiter, bis wir mit einem knackigen Schlussanstieg auf schmalem Pfad den Petit Brézouard (1203 m) erreichen und erneut begeistert sind von der Aussicht. Etwa 20 min später lädt eine Bank in der Sonne zur Mittagsrast ein und anschließend setzen wir den langen Abstieg auf wechselnden Wegen fort bis wir den Ort Le Bonhomme auf 690 m erreichen und ihn durchqueren, um dann nochmals auf 2,5 km einen steilen Anstieg auf schmalen Pfaden plus etwas flacheres "Auslaufen" zu unserem Zielhotel zu bewältigen. Aber die Anstrengung hat sich gelohnt: unser Hôtel Étang du Dévin liegt einsam am Berg mit einer sagenhaften Aussicht, und wir genießen diese direkt nach Ankunft zusammen mit einem großen Stück Heidelbeerkuchen in der Sonne. Abends hat der Wirt einen deutschen und einen französischen Tisch für die Hausgäste gerichtet und es kommen große Suppenschüsseln und Platten mit dem Hauptgericht auf den Tisch und jeder schöpft sich.
Freitag
22. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Melkerhof
Uhrzeit: 09:35 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Aubure
Uhrzeit: 16:59 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 1100 auf / 930 ab
Tages-km: 22,8 km
Wetter: locker bis leicht bewölkt, zeitweise blauer Himmel mit Sonnenschein, angenehm warm - gegen späteren Nachmittag kühler
Tagesbericht: Nach den letzten beiden trüb-nassen Tagen ist die Freude am Morgen beim Öffnen der Vorhänge groß: lockere Wolken, einige Flecken blauer Himmel und etwas Sonne. Frühstück gibt es erst um 8:30 Uhr, so dass wir den Tag ruhig angehen lassen und sogar noch etwas mit dem Hofhund spielen können. Die Frühstücksteller werden komplett angerichtet an den Tisch gebracht - auch hier hätten wir die doppelte Menge gut verkraftet. Um 9:00 Uhr treffen Michaelas Schwester Tini und ihr Mann Rolf ein, mit denen wir die nächsten drei Tage wandern werden. Bald darauf sind wir startklar und machen uns an den Gestern bereits als Abstieg kennengelernten Aufstieg - vorbei am Rocher Pointu und Rocher des Titans - rund 350 Höhenmeter auf den ersten 2,5 km - da kommen wir ordentlich ins Schwitzen und zum Schwatzen fehlt die Luft. Es folgt ein mäßig fallender Abstieg auf schmalem Pfad, gefolgt von einem langen Hangpfad und gelegentlichen Abschnitten auf Forstwegen. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel erreichen wir zuerst die Ruine Haut Ribeaupierre mit einem grandiosen Ausblick in die Rheinebene, gefolgt von der Ruine St-Ulrich mit ebenfalls begeisterndem Ausblick und Sicht zur Ruine Girsberg. Von dort geht es auf einem steileren Pfad bergab, zuletzt durch Reben nach Ribeauvilé. Dort legen wir in einem netten Café eine Rast ein. Am Nachmittag geht es, nachdem wir den Ort verlassen haben, zunächst einige Kilometer kontinuierlich leicht bergauf auf sehr schönen schmalen Pfaden. Schließlich erreichen wir mit der Felsformation Koenigsstuhl den höchsten Punkt. Die verbliebenen gut vier Kilometer sind nur noch leicht fallend auf weiterhin sehr schönen Pfaden, vorbei an dem kleinen "Felsenmeer" Roche du Tetras. Schließlich erreichen wir den kleinen Ort Aubure (höchstgelegenes Dorf der Vogesen) und damit auch die urige Ferme Lossow, unsere heutige Unterkunft, die genau zwei Zimmer hat. Die Wirtin ist sehr freundlich und kümmert sich rührend um uns. Abends kocht sie für uns und wir speisen in einer urigen Gaststube mit angeheiztem Kaminofen.
Donnerstag
21. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Châtenois
Uhrzeit: 08:34 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Melkerhof
Uhrzeit: 15:01 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 940 auf / 514 ab
Tages-km: 20,8 km
Wetter: stark bewölkt, vormittags zeitweise leichter Regen, stellenweise neblig, nachmittags etwas aufklarend, deutlich kühler
Tagesbericht: Unser sehr nettes Hotel liegt direkt neben dem Rathaus mit einer Glocke, wie eine Kirche, d.h. um 6:00 Uhr sitzen wir senkrecht im Bett. Da wir aber schon um 7:30 Uhr frühstücken dürfen, ist das nicht weiter schlimm; draußen regnet es. Das Frühstück ist sehr französisch und wenig Magen-füllend, und wir verputzen alles, was wir serviert bekommen. Als wir loswandern tröpfelt es nur noch minimal, und mit ein paar Schleifen durch die Reben sind wir bald oberhalb von Châtenois. Weiterhin bergauf geht es auf breiteren und schmaleren Wegen durch den Wald. Da die Wolken sehr tief hängen, wird es stellenweise fast dunkel auf unserem Weg. Auch fängt es wieder leicht an zu regnen, so dass wir die Regenschirme auspacken. Mit einem kurzen, knackigen Schlussanstieg erreichen wir "von hinten" über die Nottreppe eines Kiosk die Haut-Koenigsbourg, mittlerweile wieder regenfrei. Wir müssen lachen: vor uns ist die Burg komplett eingerüstet und Baustelle (Renovierung) und Blick nach links -eigentlich geniale Aussicht- alles trüb und gar keine Aussicht. Und dafür haben wir rund 550 Höhenmeter gemacht und sind gut durchgeschwitzt - wir nehmen es sportlich. Die Haut-Koenigsbourg ist ein Touristen-Hotspot, was sich in Heerscharen an Menschen und Chaos an Autos um uns herum zeigt. Wir gehen weiter entlang der Burg und können dabei einen Blick auf einen Teil bekommen, der nicht renoviert wird - eine beeindruckende Anlage! Auf eine Besichtigung bei diesem Trubel verzichten wir und setzen unseren Weg fort. Kaum 5 Minuten weiter sind wir wieder alleine unterwegs, zuerst ein Stück bergab auf schmalem Weg und dann etliche Kilometer in leichtem auf und ab auf einem doppelspurigen, unspektakulären Forstweg. An einem geschlossenen Naturfreundehaus legen wir an einer überdachten Bank eine Mittagspause ein; es ist deutlich kühler geworden - fast könnte man eine langärmelige Jacke auspacken - da es jetzt aber wieder munter bergauf geht, wird uns schnell wieder warm. Bald nach der Rast zweigen wir vom breiten Weg ab und bekommen wieder herrliche, schmale Pfade; mit einem kräftigen Anstieg erreichen wir die Rocher des Géants (Hochfelsen; 940 m) und haben zumindest ein kleinwenig Ausblick. Um nicht ein Teilstück zurückgehen zu müssen, sucht Peter spontan nach einem anderen Weg und so werden die nächsten zwei km ein "Überraschungspakt" mit ausgesprochen schönen Pfaden, interessanten Felsen und einem kleinen Abschnitt der 2300 m langen "Mur dit Paien" (Grenzmarkierung aus der frühen Neuzeit). Dann haben wir einen letzten steilen Abstieg auf schmalen Wegen vor uns - und stellen fest, dass das genau der Weg ist, den Peter für Morgen als Aufstieg rausgesucht hat... so wissen wir schon jetzt, was uns Morgen früh erwartet. Unsere heutige Unterkunft liegt sehr abgelegen; ein uriges Haus mit sehr netter Wirtin, einem lieben Hofhund und sehr gutem Abendessen. Erstmals packen wir unsere langärmelige Jacke zum Abendessen aus; und nach Ankunft war die warme Dusche auch eine Wohltat gewesen.
Mittwoch
20. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Andlau
Uhrzeit: 08:00 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Châtenois
Uhrzeit: 16:04 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 1014 auf / 1058 ab
Tages-km: 27,6 km
Wetter: bis 11:30 leichter Regen, danach trocken und bewölkt, in höheren Lagen stellenweise neblig, Temperatur angenehm, kein Wind
Tagesbericht: Nach dem Aufwachen durch den Wecker dringt sofort das Regen-Geräusch an unser Ohr - so war es vorhergesagt - so ist es gekommen. Nachdem die Temperatur aber angenehm und der Regen nur leicht ist, starten wir nach dem ausgiebigen Frühstück mit Regenschirm in den Tag und halten uns an Karl Valentin "Ich freue mich, wenn es regnet; wenn ich mich nicht freue, regnet es auch". Es geht aus Andlau raus und dann auf gut gehbaren Waldwegen kontinuierlich leicht bergauf; bald wechseln sich schmalere Pfade und Wege ab, aber immer ansteigend. Wir sind über diese "einfachen" Wege froh, da die Nässe natürlich dazu führt, dass Steine und Wurzeln stellenweise rutschig werden. Nach 2,5 Stunden erreichen wir den Gipfel des Ungersberg (901m) mit einem kleinen Aussichtsturm, von dem aus man einen eindrucksvollen Blick in die Rheinebene haben können sollte - bei uns war da nichts zu sehen - und so machen wir uns wieder an den Abstieg, zuerst etwas steiler und steiniger, bald wieder auf gut gehbaren Pfaden und Wegen. Der Regen hört auf und wir folgen unserem Weg in leichtem auf und ab. Leider ist weit und breit keine nette Schutzhütte in Sicht (wie wir sie schon gelegentlich hatten), so dass eine feuchte Bank im Freien zur Mittagsrast ausreichen muss und Peters faltbare Thermositzkissen zum Einsatz kommen. Am Nachmittag kommen wir zuerst am kleinen "Rocher de l'Âne" (Eselsfels) vorbei und bald darauf erreichen wir die Ruine Bernstein. Wir geben alles und besteigen über eine superschmale, enge, dunkle Treppe den Turm - und haben erneut Null-Komma-Null Aussicht. Als nächstes passieren wir die Ruine Ortenbourg (deren Turm nicht bestiegen werden kann) - an dieser Stelle haben wir für heute erstmals einen klitzekleinen Ausblick. Auf schmalem Pfad steigen wir noch ganz in die Ebene ab und erreichen bald darauf das nette Örtchen Châtenois und unser Hotel. Da das Hotel-Restaurant heute Ruhetag hat, folgen wir einer Empfehlung der Wirtin und speisen in einem nur 100 m entfernten Restaurant wirklich ausgezeichnet.
Dienstag
19. AUG
2025
Tagesbericht: Ruhetag - wir schlafen bis um halb acht aus und genießen dann ausgiebig das Frühstück. Anschließend kommt die "Materialpflege", d.h. alles, was erforderlich ist, wird gewaschen und auf unserem idealen Süd-Ost Balkon in die Sonne gehängt. Danach drehen wir eine Runde durch Andlau, erfreuen uns an netten Häusern und besichtigen die Stiftskirche Ste-Richarde. In einem kleinen Supermarkt versorgen wir uns mit Sprudel für den Tag, frischen unseren Vorrat an Nüssen und Trockenfeigen auf und nehmen für den Nachmittag ein paar Aprikosen mit. Und dann ist "Menschpflege" angesagt, d.h. Füße hochlegen, am Handy rumdaddeln, Nickerchen machen und das in mehreren Wiederholungen - seeehr erholsam.
Wir beschließen den Tag mit einem guten Abendessen auf der Terrasse, wobei wir mit Argusaugen den Himmel bobachten, wo sich Wolken beginnen aufzutürmen. Die Vorhersage für Morgen lautet: zeitweise Regen - wir werden es nehmen, wie es kommt.
Montag
18. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Le Hohwald
Uhrzeit: 09:02 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Andlau
Uhrzeit: 17:00 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 568 auf / 894 ab
Tages-km: 24,8 km
Wetter: sonnig, blauer Himmel mit zeitweise einzelnen Wölkchen, am Berg angenehm warm - in der Ebene sehr warm
Tagesbericht: Unser Zimmer ist eine Maisonnette - Schlafzimmer oben, Bad und Wohnzimmer unten - da müssen wir sehr aufpassen, nichts zu vergessen. Nach einem guten Frühstück machen wir uns auf den Weg, der wieder einmal gleich mit einem Anstieg aufwartet. Auf wechselnden schönen Wegen geht es mäßig bergauf; manchmal verläuft der Weg ganz nah an einer Bundesstraße, die aber nicht "stört", da sehr wenig Verkehr ist. Auf schmalem Pfad kommen wir zur Heidenmauer, ein keltischer Ringwall (gemauert, 10 km lang, teilweise 4 m hoch) aus dem 2. Jh.v.Chr. - schon beeindruckend. Kurz darauf erreichen wir den bekannten Mont Ste-Odile (764 m). Hier sind einige Menschen unterwegs, aber es ist nicht überlaufen, so dass wir trotzdem gut und in aller Ruhe die herrliche Aussicht in die Rheinebene genießen können; auch die Kapelle besichtigen wir. Nach einer kleinen Rast und bevor wir weitergehen, nehmen wir einen kurzen, aber heftigen Abstieg zur Quelle der heiligen Odilia auf uns (und im Anschluss wieder Aufstieg), um in ein winziges Fläschchen Wasser abzuzfüllen - ein Mitbringsel für Peters Mutter. Auf schönen Pfaden wandern wir mit nochmals etwas Anstieg zum Maennelstein (817 m) - und der Ausblick ist einfach begeisternd. Ab dann geht es kontinuierlich bergab, zumeist auf Pfaden und mäßig fallend, nur einige geröllige etwas steilere Passagen erfordern besondere Konzentration. Dann verlassen wir den Wald - wir haben das Rebland erreicht - und gleich wird es in der prallen Sonne sehr warm. In dem kleinen Örtchen Barr legen wir in einem kleinen Café noch eine Pause ein, um dann die letzten 3,5 km zu unserem Zielort Andlau nochmals flotten Schrittes zu bewältigen. Der Internet-Auftritt unseres Hotels war ansprechender, als es die Realität ist; was schade ist, da wir hier auch unseren morgigen Ruhetag verbringen werden. Mal schauen, wie sie das Problem des "kaputten" Wlan lösen; dieser Tagesbericht entsteht gerade im Restaurant-Bereich.
Sonntag
17. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Natzwiller
Uhrzeit: 09:23 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Le Hohwald
Uhrzeit: 15:48 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 674 auf / 638 ab
Tages-km: 20,9 km
Wetter: vormittags locker bewölkt, später auch sonnige Abschnitte, mäßig warm, gelegentlich etwas Wind
Tagesbericht: Das hatten wir auch noch nie - 2x ein 1,40m Bett mit jeweils entsprechend großer Bettdecke, d.h. eine Gesamtbettbreite von 2,80m. Peter kann Michaelas nächtliches Schnarchen nicht durch einfaches Anstupsen unterbrechen, weil sie zu weit weg liegt... Noch einwenig matt vom gestrigen Tag stärken wir uns bei einem schönen Frühstück und lassen es etwas ruhiger angehen, da die heutige Etappe eine kürzere ist mit weniger Höhenmetern. Die ersten knapp 300 Höhenmeter legen wir allerdings gleich nach dem Start hin und steigen auf Waldwegen zum KZ Struthof auf. Wir hatten diesen Ort bewusst in unsere Etappenplanung aufgenommen und Zeit vorgesehen; vor Ort entscheiden wir uns aber gegen die Besichtigung des Geländes, da dieses gut einsehbar ist und auch außen rum viele erklärende Tafeln stehen. Vielleicht ist es dieses Aufeinanderprallen von acht Tagen friedvollem Wandern in Stille und herrlicher, friedlicher Natur und diese unfassbare Grausamkeit und Brutalität des Nazi Regimes - vielleicht noch in Verbindung mit dem aktuellen Weltgeschehen - wir sind zutiefst bewegt, Michaela kämpft stellenweise mit den Tränen - damit hatten wir nicht gerechnet. Es ist gut, dass die folgenden Kilometer einfache schmale Wege sind, ohne Ablenkung und jeder schweigend seinen Gedanken nachgehen kann. Erst nach und nach nehmen wir unsere Umgebung wieder mit allen Sinnen wahr. Seit Struthof sind wir nun auf dem GR5 unterwegs; die Wege und Pfade bleiben heute einfach, ohne besondere Herausforderung; gelegentlich gibt es auch etwas Ausblick; gegen Mittag legen wir eine kurze Pause an einer Schutzhütte ein. Am Nachmittag kommen wir an der Cascade du Hohwald vorbei, ein netter Wasserfall, bevor wir unseren heutigen Zielort Le Hohwald und unser Hotel erreichen. Die frühere Ankunft erlaubt noch ein kleines Nickerchen bevor wir zu einem erneut sehr guten Abendessen gehen.
Samstag
16. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Col du Donon
Uhrzeit: 08:48 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Natzwiller
Uhrzeit: 17:10 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 740 auf / 906 ab
Tages-km: 29,8 km
Wetter: größtenteils leicht bewölkt, gelegentlich sonnig, teilweise leichter WInd, deutlich "kühler" (nicht mehr heiß)
Tagesbericht: Nachdem wir nach Sonnenuntergang das Fenster unserer "Obstkiste" (wie Ulli unser Zimmer nennt) öffnen, wird die Innentemperatur so weit erträglich, dass wir einigermaßen schlafen können. Etwas erholt geht's um 7:30 Uhr zum Frühstück und eine starke Stunde später starten wir zu dritt in den Wandertag, den wir mit einer kleinen Extra-Schleife beginnen, um an einem französischen Militärfriedhof vorbeizugehen. Da unsere heutige Route nicht auf dem GR53/GR5 verläuft, sondern eine alternative Empfehlung aus unserem Wanderführer ist, wird die Streckenführung für Peter eine Challenge, da wir keinem festen Wanderzeichen folgen. Schnell wird der breite Forstweg wieder zum Pfad und wir kommen an etlichen halb verschütteten Bunkern, einem Graben und mehreren Kampfständen vorbei. EInmal mehr wird bewusst, dass dies ein lange und immer wieder umkämpftes Gebiet gewesen ist. Bald danach beginnt der Pfad mäßig steil anzusteigen, bis wir -oben angekommen- eine herrliche Höhenwanderung auf schmalen Pfaden vor uns haben; mal bewaldet, mal auf offener Fläche, mal mit etwas Ausblick; dazu häufig ein leichter Wind - wirklich sehr schön! Nach rund zwei Stunden verabschiedet sich Ulli und kehrt auf anderem Weg ins Hotel zurück; Peter und Michaela setzen die Tour fort. Es folgen wechselnde Abschnitte - Forstwege und Höhenwegs-Pfädchen; erneut "Kunst im Wald" und wir fragen uns, wer das warum so im "nirgendwo" platziert; auch einen weiteren Kriegsgedenkplatz passieren wir. Über einen sehr hohen Übergang kommen wir in ein 50 ha großes eingezäuntes Naturschutzgebiet und erreichen dort einen sehr schönen Aussichtspunkt - das Gipfelplateau der Chatte Pendue, 899m. Auf felsigem Pfad geht es wieder bergab und wir legen bald nach dem Verlassen des Naturschutzgebietes eine kleine Pause ein. Im weiteren Verlauf kommen wir an der Ruine Salm vorbei, bevor wir das kleine Dörfchen Salm durchqueren. Auf breitem Forstweg geht es leicht bergab weiter bis nach Rothau. Nachdem die Pfade am Vormittag viel Konzentration gefordert hatten, würde es uns für heute eigentlich reichen, aber unser Ziel liegt noch 5 km weiter und 120m höher... ...noch einmal legen wir eine kleine Pause ein, um dann auf einem netten Waldweg mit Wasserlauf nebendran den "Endspurt" zu starten. Erschöpft, aber zufrieden erreichen wir unser Hotel - das sehr schön ist und mit seiner Atmosphäre von der ersten Minute an für Erholung sorgt. Zu dem sehr leckeren Abendessen kommt Ulli nochmals zu uns und wir lassen den Abend gemütlich gemeinsam ausklingen.
Freitag
15. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Urmatt
Uhrzeit: 08:14 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Col du Donon
Uhrzeit: 15:40 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 1110 auf / 656 ab
Tages-km: 23,7 km
Wetter: am Vormittag sonnig und heiß, wolkenloser blauer Himmel; ab mittags vereinzelte Wolken, nachmittags fernes Donnergrollen und dunkle Wolken in der Ferne
Tagesbericht: Um 6:00 Uhr weckt uns vor dem Wecker großes Glockengeläut, wie man es aus Bayern kennt. Die sehr freundliche Wirtin hat uns Frühstück sogar auf 7:00 Uhr angeboten - was wir gerne annehmen. Nach der Verabschiedung von Barbara und Joachim setzen wir unseren Weg fort. Zuerst geht es eine ganze Weile mit nur leichtem Anstieg auf breitem Weg durch den Wald. Dabei kommen wir an einigen Steinskulpturen vorbei - "Kunst im Wald". Angenehm erfrischend wirkt ein kleines Bächlein, an dem wir entlang laufen. Nach gut 1,5 Stunden schwenken wir auf einen schmalen, steileren und schönen Pfad ein. Und dann passiert uns ein wirkliches Missgeschick: Peters digitaler Track zeigt geradeaus - unsere Wegmarkierung weist aber links abbiegend; wir entscheiden uns für die Wegmarkierung und verpassen dann aber in der Folge irgendeine weitere Abzweigung - nach einer ganzen Weile werden wir skeptisch und checken die Lage mit der digitalen Karte: wir sind viel zu weit von unserem Weg abgekommen - ein Zurück würde uns zu viel Zeit kosten - also geht es nur noch vorwärts und irgendwie wieder auf unseren Weg treffen. Was Peter natürlich gelingt, aber wir haben damit einen Gipfel und eine sehenswerte Felsformation "verpasst". Um uns neu zu sortieren, legen wir eine kleine Rast ein - "es ist wie es ist" - und weiter geht's auf angenehmem Waldweg relativ eben. Bald schon haben wir dieselbe Situation: Peters Track weist geradeaus, die Wegmarkierung biegt ab. Wir beraten uns und entscheiden uns erneut für die Wegmarkierung, aber dieses Mal passen wir auf wie die Luchse, dass in absehbarer Zeit weitere Wegmarkierungen folgen. An einem Rastplatz legen wir eine Pause eine (Track und Wegmarkierung sind mittlerweile wieder deckungsgleich); zwei freundliche Franzosen -ebenfalls auf größerer Wanderschaft- (wir hatten sie auch gestern bereits gesehen) weisen uns auf eine nur 200m entfernte Quelle hin. Peter "spurtet" ohne Rucksack los und füllt unsere Wasserflaschen auf; so kühles Quellwasser erfrischt und flotten Schrittes geht es auf angenehmem Weg weiter. Seit dem Mittag sind erst vereinzelt, dann mehr Wolken aufgezogen und links von uns wird es etwas dunkler am Himmel. Als wir ein entferntes Donnergrollen hören, beschleunigt sich automatisch unser Schritt. Gut 30 min vor der vereinbarten Zeit sind wir am Treffpunkt - aber Ulli ist auch schon da und erwartet/begrüßt uns mit frischem Wasser. Zu dritt setzen wir den Weg fort, wo schon bald der sehr steile Schlussanstieg auf fast alpinen Pfädchen auf das Gipfelplateau des Grand Donon (1009m) vor uns liegt, mit seinem Wahrzeichen - dem Tempelchen im römischen Stil. Oben angekommen ist der Ausblick in alle Richtungen absolut begeisternd! Alle Gewitter sind entfernt an uns vorbeigezogen und wir sind trocken geblieben. "Auf der anderen Seite" machen wir uns schließlich an den nicht ganz so steilen Abstieg, der aber durch große Unebenheiten und Geröll nochmals alle Aufmerksamkeit erfordert. Dann erreichen wir unser Hotel auf der Plateforme du Donon; ein touristischer Hotspot - was sich in Service, Ausstattung, Menschenmenge etc. bermerkbar macht. Aber für eine Nacht muss und wird es gehen. Erstmals schreibt Michaela den Bericht im Frühstücksraum, weil das WLAN nicht bis ins Zimmer reicht. Peter versucht, mit offener Zimmertür und offenem Fenster die Wärme aus unserem Zimmer zu bekommen, die die defekte Klimaanlage in (!!) unser Zimmer geblasen hat (auf unsere Beschwerde hin, wird uns gesagt, wir könnten ja woanders hingehen...). Ein schöner Wandertag mit ungeplanten Ereignissen geht zu Ende.
Donnerstag
14. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Wangenbourg
Uhrzeit: 09:04 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Urmatt
Uhrzeit: 15:43 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 683 auf / 898 ab
Tages-km: 19,3 km
Wetter: sonnig und heiß, größtenteils blauer Himmel mit vereinzelten Wölkchen, diesig in der Ebene
Tagesbericht: Wir werden wach von einem Geräusch, dass sich durch die offenen Fenster wie Regen anhört - aber nein, das ist nur starker Wind in den großen Bäumen im Park gegenüber, der sich bald legt. Mit der aufgehenden Sonne stellt sich sehr bald Wärme und dann eine große Hitze ein. Unser weiterer Weg verläuft oberhalb von Wangenbourg, sodass wir schon aus dem Ort raus den ersten Anstieg haben. Eine Weile folgen wir einem Waldweg und hätten fast den Abzweig auf ein steil ansteigendes Pfädchen übersehen, wenn auf diesem nicht ein sehr großer Ameisenhaufen gethront hätte. Nach rund 1,5 Stunden mehr oder weniger steilem, aber durchgehendem Anstieg erreichen wir den Gipfelfelsen des Schneebergs (leider ohne Schnee) und genießen die Aussicht. Damit ist der Hauptanstieg für heute geschafft und über schmale, schöne Wege und Pfade geht es wieder bergab, mal mehr, mal weniger steil. Zwischendrin gibt es immer wieder schöne Ausblicke in die Ebene - wenn auch etwas eingetrübt, da es ziemlich diesig ist. Kurz vor dem Mittag bietet sich eine Bank zu einer kurzen Rast an, dann geht es weiter in das Schutzgebiet am Nideck, einem der am meisten besuchten Naturschauplätze im Departement Bas-Rhin: wir passieren auf schönen Pfaden und schmalen Wegen die Ruine Nideck und kommen nach einem steilen Abstieg über ungezählte Treppen an die "Cascade du Nideck", einem 25 m hohen Wasserfall. Hier ist reges Treiben und nach einem obligatorischen Foto wandern wir rasch weiter - weiter bergab, bis zur etwas rustikalen "Auberge du Nideck", wo wir aber ausgezeichneten Quetsche-Kuchen und alkoholfreies Bier bekommen und Peter sein ersehntes Calippo. Die verbleibende Strecke am Nachmittag wird trotz meist schattiger Wege durch die Hitze sehr anstrengend, zum Glück sind keine allzu großen An-/Abstiege mehr zu bewältigen. Plötzlich ist Urmatt erreicht und unsere Zimmer sind bezugsfertig. Zum Abendessen stößt Ulli zu uns, der am nächsten Tag ein Stück mit uns laufen wird. Er bringt uns auch Nachschub an Rei in der Tube mit, sowie einen speziellen Schraubendreher und Batterien, da Michaelas Tastatur gestern ihren Geist aufgegeben hat. Peter ist erfolgreich und Michaela kann sehr erleichtert diesen Tagesbericht wieder mit "echter" Tastatur schreiben.
Mittwoch
13. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Saverne
Uhrzeit: 08:38 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Wangenbourg
Uhrzeit: 16:40 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 1008 auf / 787 ab
Tages-km: 26,9 km
Wetter: weiterhin sonnig und warm bis heiß, wolkenloser blauer Himmel, etwas dunstig
Tagesbericht: Nach einem eher französischen Frühstück starten wir wieder etwas erholt bei bereits guter Wärme in den neuen Tag. Unsere kleine Wandergruppe war auf 2 Hotels verteilt - aber problemlos finden wir zusammen und nehmen gemeinsam gleich den ersten Anstieg zur Ruine Le Haut-Barr in Angriff. Hier verweilen wir etwas und genießen die Aussicht, auch wenn es leider nicht 100% klar ist. Weiter geht es auf sehr schönen Pfaden auf und ab, mit wechselndem Wald. Wir kommen auf den Brotschberg mit einem 1897 vom VogesenClub errichteten Aussichtsturm, den Joachim und Patrick besteigen - die anderen legen eine kleine Pause ein. Wenig später erreichen wir von oben den Brotschfelsen, von dem aus man mit etwas Kraxelei erneut einen schönen Ausblick hat. In Serpentinen führt der Weg dann nach unten an den Felsfuß mit der beeindruckend großen "Grotte du Brotsch". Die Waldpfade bleiben begeisternd und nur gelegentlich sind kleine Abschnitte auf ebenfalls schönen Waldwegen und ganz selten müssen wir asphaltiert laufen. Es geht immer wieder auf und ab und gelegentlich ist ein Anstieg etwas knackiger oder ein Abstieg etwas steiler. Eine wirklich herrliche Strecke heute! Wir legen von Zeit zu Zeit eine kleine Pause ein - leider gibt es am Weg keine Einkehrmöglichkeit, so dass wir unsere Nuss-, Keks-, Riegel- Vorräte weiter plündern müssen. Wirklich anstrengend wird es mit der Zeit mit der Hitze, obwohl wir glücklicherweise fast vollständig im Wald laufen; auch die Wasservorräte werden knapp und wir sind froh, dass Joachim ein Wasseraufbereitssystem dabei hat, mit dem wir bedenkenlos an einem Wasserlauf Wasser schöpfen und filtern können. Quasi "ans Ende" der heutigen schönen Wege haben Patrick und Sandra ein Uber-Taxi an einen Treffpunkt bestellt, um sich zu ihrem Auto zurückbringen zu lassen - Peter, Michaela, Joachim und Barbara setzen den Weg noch knapp 3 km bis zum gebuchten Hotel in Wangenbourg fort, wo die heiß ersehnte Dusche für Erfrischung und Abkühlung sorgt. Das Abendessen ist ok, aber wir haben bisher deutlich besser gespeist gehabt. / Nachtrag: das Uber-Taxi hat kurz nach der vereinbarten Zeit die Reservierung gecancelt und Patrick und Sandra haben noch eine kleine Odyssee gehabt, bevor sie schlussendlich gut zu ihrem Auto und dann daheim angekommen sind.
Dienstag
12. AUG
2025
Wanderstart
Ort: La Petite-Pierre
Uhrzeit: 08:50 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Saverne
Uhrzeit: 15:35 / 16:42 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 542 auf / 643 ab
Tages-km: 23,3 km
Wetter: sonnig und warm bis heiß, wolkenloser blauer Himmel
Tagesbericht: Vorhang und Fenster auf - und uns begrüßt ein weiterer schöner Tag. Nach einem leckeren stärkenden Frühstück stoßen noch Patrick und Sandra zu uns und wir setzen den Weg gemeinsam zu sechst fort; zu Beginn müssen wir die unterschiedlichen Gehgeschwindigkeiten etwas synchronisieren. Bald nach dem Start erreichen wir den Rocher du Corbeau (Rabenfelsen), von dem aus man einen kleinen Ausblick auf das vor uns liegende Waldgebiet hat. In engen Kehren geht es auf schmalem Pfad bergab und bald darauf führen Waldpfade und -wege wieder moderat bergauf. Wir bleiben bei diesem Wechsel von auf und ab und erreichen nach rund 2 Stunden das Dörfchen Graufthal, bekannt durch die "Felsenwohnungen" - 3 kleine Häuschen, die im 18. Jhdt. direkt in den Fels gebaut worden waren; die letzte Bewohnerin, die Felsekäth, hat ihre 82 Lebensjahre (bis 1958 !) dort gewohnt. Wir besichtigen die Häuschen und setzen dann unseren Weg fort, der uns durch Wälder und Wiesen führt, wobei wir bei zunehmender Hitze den Wald eindeutig bevorzugen. Nach etwa der Hälfte der Strecke legen wir eine kleine Rast -wie gehabt- mit Nüssen, Trockenobst und Keksen ein; im weiteren Wegverlauf müssen wir eine TGV-Strecke und eine Autobahn überqueren und hierzu ein Stück an einer Bundesstraße entlang laufen. Aber schon bald geht es wieder auf Pfaden weiter. Noch einmal legen wir eine kurze Pause ein, als sich eine Sitzgelegenheit geradezu aufdrängt und gehen dann auf die letzten 4 km. Wir passieren den 15 m hohen Sandsteinfelsen "Le Saut du Price Charles" und mit Hilfe einer Übersetzungs-App kann Peter uns die dazugehörige Sage vom Französischen ins Deutsche übersetzt vorlesen. Der folgende Abstieg auf schmalem Pfad bringt uns Wald-beschattet an den Rand von Saverne, wo wir in brütender Hitze ins Zentrum wandern und in einem Café mächtigen Kuchen und XXL-Cockies verdrücken - das haben wir uns verdient! Bevor dann die totale Erschöpfung einsetzt, machen wir uns auf die letzten Meter zum Hotel und freuen uns alle mächtig auf die Dusche. Wir beschließen den Tag mit einem gemeinsamen leckeren Abendessen.
Montag
11. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Untermuehlthal
Uhrzeit: 09:07 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: La Petite-Pierre
Uhrzeit: 15:55 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 700 auf / 568 ab
Tages-km: 25,86 km
Wetter: unverändert sonnig, sehr warm, wolkenloser blauer Himmel
Tagesbericht: In diesem vermutlich nobelsten Hotel unserer Tour haben wir sehr gut geschlafen; mit einem schönen Zimmerausblick zu einem wolkenlosen Himmel kann der Tag kommen. Das Frühstück wird quasi als Mini-Buffet am Tisch serviert entsprechend unserer am Vorabend getroffenen Wahl. Alles sehr gediegen und entschleunigt, wobei unsere Frühstückszeit nicht mit "unendlich" eingeplant ist. Ein kleinwenig später als sonst starten wir - schön war's hier! Nach einem kleinen Wege-Verwirrspiel - wir hatten uns nicht gleich über ein Privatgrundstück getraut, obwohl unser Navi es eindeutig so auswies - so drehten wir eine kleine Schleife, um dann der Wegmarkierung folgend "von hinten" über das Privatgrundstück geleitet zu werden - nehmen wir Fahrt auf und in einem leichten auf und ab wandern wir über Waldpfade und schmale Wege. Erneut verlaufen die Wege durch wechselnde Wälder und mit dem Sonnenschein durch die Blätter entsteht eine sehr friedliche, stille Atmosphäre. Fast meditativ sind wir in stetigem Tempo unterwegs. Nach gut zwei Stunden treffen wir ziemlich punktgenau in Lichtenberg ein, wo unsere Freunde Barbara und Joachim zu uns stoßen. Gemeinsam setzen wir die Wanderung fort - und müssen ein kleinwenig mehr aufpassen, vor lauter Schwatzen keinen Abzweig zu verpassen. Nach anfänglich fast ausshließlich sehr schönen Waldpfaden, kommen später größere Abschnitte Wald-/Forstwege dazu, alles in moderatem auf und ab. Um die Mittagszeit durchqueren wir Wimmenau, leider ohne Café oder ähnlichem, so dass wir kurzerhand im Schatten des Rathauses eine Rast einlegen und uns mit Nüssen, Feigen und Keksen stärken. Der anschließende kurze Weg in der Sonne an Wiesen entlang zeigt, wie heiß es tatsächlich ist und wir sind froh, wieder "in den Wald eintauchen" zu können. Wir kommen am Felsmassiv "Rocher de l'Ochsenstall" vorbei; unter das große Felsdach wurden zur Verdeutlichung des Namens zwei Holzochsen gestellt. Erckartswiller, ein schier endlos scheinendes Straßendorf, müssen wir auf der Haupstraße passieren und das ist in der gleißenden Sonne auf heißem Teer kein wirklicher Genuss. Doch irgendwann sind wir durch und setzen unseren Weg bewaldet fort, weiterhin in leichtem auf und ab. Kurz vor unserem Zielort La Petite-Pierre müssen wir nochmals einen kleinen Abschnitt Asphalt in Auf- und Abstieg bewältigen, dann ist der Ort erreicht. Noch vor dem Hotel Check-in gönnen wir uns einen Pause mit Getränken und einem großen Stück sehr leckerem Mirabellenkuchen. Das spätere Abendessen ist ebenfalls sehr gut und die Portionen sind groß, so dass wir uns gut für Morgen stärken können. (Bilder leider unsortiert; ging nicht)
Sonntag
10. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Lembach
Uhrzeit: 08:49 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Untermuehlthal
Uhrzeit: 17:12 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 1233 auf / 1234 ab
Tages-km: 29,19 km
Wetter: warm, trocken, strahlend blauer Himmel
Tagesbericht: Aus unbekanntem Grund haben wir beide nicht gut geschlafen, obwohl die Müdigkeit ausreichend groß gewesen war. Aufgrund der Efeu-bewachsenen Hausfassade haben wir die einfach verglasten Fenster geschlossen gelassen, um kein Viechzeug ins Zimmer zu bekommen - mit dem Ergebnis, dass unsere gewaschene Wanderkleidung noch etwas klamm ist. Mit dem Föhn wärmen wir sie etwas an - der Rest trocknet am Körper. Erneut sind wir um 8:00 Uhr die Ersten beim Frühstück, das deutlich französischer ist, aber zur Stärkung vollkommen ausreicht; der hausgemachte Mirabellenkuchen ist ausgezeichnet! Beim Zahlen kann es die Wirtin kaum glauben, dass wir am Abend zuvor keinen Wein zum Essen hatten - das wird uns vermutlich noch ein paar Mal passieren. Michaela ist etwas genervt, weil das Hotel von DIenstag eine Email geschrieben hat und auf einmal Frühstück, Abendessen und Rezeptionsöffnung anders sind als vorher reserviert. Das müssen wir uns abends nochmals genauer anschauen - jetzt geht's erst einmal los. Bei noch angenehmer Wärme und strahlendem Sonnenschein verlassen wir den Ort und stellen fest, dass Peters Navi anders möchte als die Wegmarkierung weist... ...nach kurzer Überlegung folgen wir dem ausgewiesenen Weg, der in einer Ehrenschleife noch einen Zugang zu eine Ruine mitnimmt, auf die wir aber verzichten, da unsere heutige Strecke bereits lang genug ist. Seit Verlassen des Ortes geht es stetig bergauf und es stellt sich nicht mehr die Frage, ob unsere Kleidung trocken war, da wir bereits wieder ausreichend schwitzen. Auf wechselnden Wald- und gelegentichen Forstwegen geht es mehrheitlich bergauf; ganz gelegentlich begegnen uns Menschen. Wir erklimmen die Anhöhe der Burgruine Vieux-WIndstein - aber "die kann nichts" und wir steigen wieder ab. Etwas später, nach einem weiteren knackigen Anstieg, erreichen wir die Ruine Neuf-Windstein, von der aus man einen schönen Ausblick auf den umliegenden Wald hat. Der weitere Weg ist schön, aber ohne besondere Highlights, An- und Abstiege wechseln sich ab. Um 12:30 Uhr - Streckenhalbzeit - bietet sich ein Rastplatz für eine Mittagspause mit Nüssen und Feigen an. Etwas erholt geht es anschließend weiter und nach nur rund 1 km kommen wir an eine sonntags bewirtschaftete Hütte und machen für ein großes Apfelschorle kurz nochmals Rast. Anschließend folgt ein Weg in Serpentinen den Berg hinauf zu einem Aussichtsturm. Wir hätten ihn bestiegen - aber es führt nur eine sehr enge Buntsandsteintreppe mit schmalen, sehr ausgetretenen Stiegen, fast im Dunkeln nach oben - nein, ein unnötiges Risiko müssen wir nicht eingehen - und so geht es auf der anderen Seite des Berges wieder nach unten.
Am Rand von Niederbronn-les-Bains passieren wir eine Heilquelle, versäumen es aber, unsere Wasserflaschen aufzufüllen. Ein weiterer Anstieg führt uns zur Ruine Wasenbourg; von dort geht es dann zwar tendenziell bergab, aber ein paar kleinere Steigungen müssen wir noch nehmen, bevor uns der letzte Abstieg für heute nach Untermuehltal bringt, wo ein schönes Hotel mit gutem Essen auf uns wartet. Ein langer Wandertag mit schönen Eindrücken geht zu Ende. ...und ganz am Ende wird noch die EMail an das Hotel geschrieben und dieses Tagebuch...
Samstag
9. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Lembach
Uhrzeit: 08:47 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Obersteinbach
Uhrzeit: 16:13 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 914 auf / 858 ab
Tages-km: 23,85 km
Wetter: Am Morgen mild mit leichter Schleierbewölkung; dann zunehmend wärmer und sonnig mit wolkenlos blauem Himmel; nachmittags sehr warm.
Tagesbericht: Bereits vor dem Weckerklingeln um 6:30 Uhr sind wir wach und fühlen uns durchaus erholt und bereit für den neuen Tag - und das, obwohl wir mit nur 1 Bettdecke auskommen mussten - wobei Peter meint, Michaela hätte sie phasenweise komplett eingenommen und Michaela der Ansicht ist, sie habe gar keine Decke gebraucht. Der Blick aus dem Fenster verheißt einen schönen Tag und pünktlich um 8:00 sind wir die Ersten beim Frühstück. Wir haben uns auf ein französisches Frühstück mit Croissants und starkem Kaffee eingestellt und werden mit einem kleinen, aber feinen Frühstücks-Buffet angenehm überrascht. Gut gestärkt geht es los, aus dem Ort raus und dann auf unspektakulären Waldwegen und -pfaden stetig bergauf. Im gemütlichen Morgentrott übersehen wir fast einen Abzweig vom breiten Waldweg "ab in die Hecken". Nachdem wir den GR53 gestern verlassen hatten, um die Artillerie-Festung zu besichtigen, sind wir heute Morgen auf selbst rausgesuchten Wegen unterwegs, um wieder auf den "Originalweg" unserer Tour zu stoßen. Am Fleckensteiner Weiher müssen wir uns entscheiden, ob wir direkt auf den geplanten Weg einschwenken oder einen "kleinen" Zusatzweg auf uns nehmen und sehenswerte Burgruinen besichtigen (von unserem Hotelwirt sehr empfohlen). Keine Frage - wir wählen zweiteres. Und so kommen wir heute zu insgesamt 5 Burgruinen: Loewenbourg, Hohenbourg -diese beiden besteigen wir und genießen einen herrlichen Rundumblick; ganz weit entfernt meinen wir, die Hornisgrinde sehen zu können-, die folgenden Ruinen passieren wir nur: die Wegelnburg -für die wir kurz die Grenze nach Deutschland überschreiten (571 m; höchstgelegene Burgruine der Pfalz)-, anschließend (wieder in Frankreich) die Burgruine Fleckenstein -im dort angegliederten SB-Café legen wir eine wohlverdiente Pause ein und genießen "Quetsche-Kuchen"und Ulmer alkoholfrei- und schließlich noch die Froensbourg (Zutritt verboten). Die Wege sind schöne Waldpfade und kurze Abschnitte Forstwege; es geht mehr bergauf als bergab und wir sind mächtig am Schwitzen - aber jeder neue schöne Ausblick entschädigt für die Anstrengung! Neben den Burgruinen gibt es heute auch jede Menge Buntsandsteinfelsen zu bestaunen; bizarre Felsformationen von oft beeindruckender Größe. Ab der Burg Fleckenstein sind wir wieder auf dem "Originalweg" - der "kleine" Umweg hat sich 100% gelohnt gehabt! Nach dem imposanten Zigeunerfels geht es dann die letzten Kilometer nach Obersteinbach nur noch bergab und wir erreichen etwas abgekämpft aber sehr zufrieden unsere Unterkunft.
Freitag
8. AUG
2025
Wanderstart
Ort: Weissenburg (Frankreich)
Uhrzeit: 09:12 Uhr
Ankunft am Tagesziel
Ort: Lembach
Uhrzeit: 16:30 Uhr
Höhenmeter auf / ab: 520 auf / 480 ab
Tages-km: 18,3 km
Wetter: früh Morgens bereits sehr mild; beim Start dann gut warm bis sehr warm; abends angenehm mild; wolkenloser, strahlend blauer Himmel.
Tagesbericht: Um 4:45 Uhr klingelt der Wecker und nach einem schnellen Kaffee geht's Richtung Bahnhof. Auch in diesem Jahr challengt uns die Deutsche Bahn: Zug 1 fährt planmäßig; in Karlsuhe können wir einen verspäteten früheren Zug nehmen, allerdings führt eine kurzfristige Gleisänderung zu einem kleinen Spurt durch den Bahnhof; in WInden stranden wir dann, da unser Folgezug entfällt und der Schienenersatzverkehr erst später fährt. Wir unternehmen zwei Versuche, ein Uber-Taxi zu bekommen... ...aber so sehr auf dem Land findet sich kein Fahrer - und so bleibt uns nichts anderes übrig, als auf den Bus zu warten. Der Busfahrer gibt dann aber alles und heizt halsbrecherisch übers Land und durch die Dörfer; 30 min später als geplant erreichen wir Weissenburg. Schnell die ganze Technik starten; ein Start-Selfie machen -denn weit und breit ist kein Mensch um uns herum- und los geht's. Nur kurz streifen wir den Rand von Weissenburg City und bereits nach 2 km sind wir im Grünen und haben nur noch Landschaft um uns. Die Wegmarkierung des GR53, ein rotes Rechteck, ist sehr gut und wir kommen zügig voran. Bei der zunehmenden Wärme ist es sehr angenehm, dass der Weg nahezu vollständig durch den Wald verläuft - mal licht und hoch, mal eng und dicht, mal Laub-, mal Nadelwald. Von Weissenburg geht es beständig sacht bergauf - mal etwas mehr, mal etwas weniger. Dass wir den ersten Col (Col du Pigeonnier; 432 m) der Tour passiert haben, merken wir erst, als es "hinten dran" wieder bergab geht. Wir passieren das verschlafen wirkende Örtchen Climbach und kurz danach verlassen wir den GR53 um zum "four à chaux", einer Artillerie-Festung der Ligne Maginot zu gelangen, wo wir uns auf 13:30 zu einer deutschen Führung vorab angemeldet hatten. Insgesamt 2,5 Stunden führt uns unser Guide durch diese unterirdische Kaserne; sehr spannend und sehr beeindruckend! Wir fragen uns, ob so ein Bau heute noch möglich wäre - so durchdacht und in so schneller Bauzeit... Wir kommen in die Bereiche Kaserne, Gefechtsstand, Technikraum und erhalten ein lebhaftes Bild des Alltags. In der Anlage hat es nur 13 °C, so dass wir tatsächlich am Ende ordentlich ausgekühlt sind und die wärmende Sonne auf den letzten 2 Kilometern bis zu unserem Zielort Lembach regelrecht genießen. Die Wanderroutinen in günstig Rucksack entpacken, Wäsche waschen etc. müssen sich erst wieder einspielen, aber wir schaffen es frisch geduscht pünktlich zum Abendessen. Sehr erfreut entdecken wir auf der Karte ein alkoholfreies Bier... ...aber <brrrr> das wird wohl nicht unser Favorit werden; dafür ist das Essen mega lecker und wir beschließen sehr genüsslich und zufrieden diesen ersten Wandertag. Michaela hat mit Maus und neuer Tablet-Tastatur eine deutliche Verbesserung beim Tagebuch schreiben erreicht - das fluppt jetzt richtig zügig.
Bilder des Tages 08.08.2025
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